Vorstand
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Winterholler

PD Dr. Martin Winterholler, Chefarzt Neurologische Klinik Krankenhaus Rummelsberg

Für mich sehe ich als Vorstandsmitglied der BAG MZEB vor allem die Aufgabe, fachliche Inhalte vor dem Hintergrund einer langjährigen Erfahrung im Gebiet der Medizin für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung sowie ebenfalls mehrjähriger Tätigkeit in einem MZEB zu vertreten. Es geht also um solide fachliche, um nicht zu sagen handwerkliche Qualität in einem sich relativ neu herausbildenden Gebiet der Medizin. Vor allem sehe ich mich für die Rolle und Aufgabe, fachliche Inhalte in die BAG MZEB bzw. in die Gruppe der von den Mitgliedern delegierten Ärztinnen und Ärzte hineinzutragen. Dies natürlich in ganz unterschiedlichem Rahmen, in ganz verschiedenen Settings.

Es ist ja so, dass ich schon wesentlich länger mit der Medizin für Erwachsene mit intellektueller Beeinträchtigung bzw. Entwicklungsstörungen beruflich verbunden bin, als es MZEBs, oder auch nur die Idee dazu gibt. In meiner beruflichen und persönlichen Entwicklung habe ich mich einfach zu dieser Personengruppe hingezogen gefühlt. Ich habe es auch als eine sehr verlockende Herausforderung empfunden, sich auf einen Weg zu begeben (der natürlich niemals enden kann), sich immer besser in die Situation von Menschen mit früh entstandenen und schwerwiegenden Einschränkungen einzudenken und einzufühlen, damit verbundenen Anforderungen an kommunikative Fähigkeiten entsprechen zu können und subtile, oftmals versteckte Verhaltens- oder Organbefunde aufzunehmen und richtig bewerten bzw. einordnen zu können. Natürlich ging und geht es mir auch darum, mit dazu beizutragen, dieser Personengruppe mehr Gerechtigkeit in der medizinischen Versorgung, in unserem stark normierten Gesundheitssystem zukommen zu lassen.

Das wird sich erst noch zeigen müssen. Ganz wichtig ist es und wird es bleiben, den oft kenntnisarmen Akteuren im Gesundheitssystem, die mit den Themen, die sie vertreten sollen oft nur sehr oberflächlichen Kontakt aufnehmen, die Besonderheiten der Medizin für Menschen mit sog. geistiger oder mehrfacher Behinderung im Detail, auf das es ja letztlich ankommt, nahe zu bringen. Die Entscheidungsträger in Politik und bei den Krankenkassen müssen verstehen, um was es in der Sache geht und Kenntnis erlangen, von den besonderen Bedarfen und der besonderen Situation einer Person mit früh erworbener, schwerer Entwicklungsstörung. Die BAG MZEB wird auch dazu beitragen müssen, dass die Thematik in ihrem Wandel über die Zeit, der ja sicherlich eintritt, den Mitwirkenden im Gesundheitssystem aktuell bleibt.

Martin

Prof. Peter Martin, Chefarzt Séguin Klinik, Epilepsie­zentrum Kork

Zusammen mit meinen Vorstandskollegen möchte ich die weitere Entwicklung der MZEBs in Deutschland politisch mitgestalten. Neben einer ausreichenden Finanzierung ist hier insbesondre die Qualitätssicherung in den neu entstehenden Institutionen mein Anliegen. Als Vorstand trage ich die Verantwortung für die weitere Entwicklung der BAG und versuche Rahmenbedingungen und Qualität der Arbeit in den MZEB zu verbessern. Wissen schafft Qualität: deshalb organisiere ich zusammen mit meinen Kollegen die ersten beiden Kongresse der BAG in Rummelsberg.

Bereits als junger Assistent haben mich Patienten mit chronischen Erkrankungen, die auf unserer Intensivstation in der Uni Erlangen behandelt wurden besonders beschäftig. Rasch wurde mir klar, dass neben medizinischen Herausforderungen psychosoziale Aspekte entscheidend für Lebensqualität und Prognose sind. Ich habe dann die Entwicklung der Heimbeatmung in Deutschland zunächst in der DGM und DIGAB mitgestaltet. Mit meiner Tätigkeit in der Rummelsberger Diakonie kam dann die `Beschäftigung Menschen mit geistiger Behinderung hinzu.

Die BAG kann nur das födern, was die MZEBs tun: das Augenmerk auf die Bedürfnisse der Schwächsten unserer Gesellschaft zu richten.

Wüstner

Thomas Wüstner, Geschäfts­führer, Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) GmbH

Wir unterstützen die Mitglieder, also Einrichtungen mit einer entsprechenden Subspezialisierung in dem Thema, beim Wissenstransfer und bei der Einordnung der Sachverhalte in einen größeren Kontext – zum Beispiel in die Bundesebene der Kostenträger und in die Bundespolitik. Dabei sehe ich unseren Auftrag mehrseitig gerichtet. Wir bieten den Austausch zu Eckpunkten der MZEB-Versorgung in Deutschland den Kostenträgern ebenso wie dem Gesetzgeber an. Noch dreht sich viel um den Aufbau der Strukturen in den verschiedenen Einrichtungen und um erste Verhandlungen. Schon bald sehe ich unsere Aufgaben vorwiegend in der Evaluation der Struktur und der medizinischen Versorgung sowie in der Definition von Qualität und Kostenstruktur − bis hin zur Förderung neuer Strukturen im Sinne des MZEB-Gedankens. Innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft und des Vorstandes bringe ich mich mit einem kaufmännischen Schwerpunkt ein. Viele Bestandteile des MZEB haben wirtschaftliche und auch rechtliche Auswirkungen, die unsere Mitglieder auf der lokalen Ebene in Abstimmung mit den medizinischen Experten, den Patienten und deren Angehörigen lösen. Gute Lösungsansätze zusammenzutragen und mit den Mitgliedern zu diskutieren, ebenso wie strittige Punkte zu erkennen, widerstreitende Argumente auszutauschen und zu einem Konsens beizutragen, macht mir Freude.

Ich bin von den neuen Möglichkeiten und den besseren Ergebnissen für die Patienten durch die Zentren überzeugt, deshalb möchte ich zu deren Etablierung beitragen. Seit vielen Jahren stehe ich in der Verantwortung für Einrichtungen im Gesundheitswesen und habe die Unterstützung durch Spitzenverbände und Arbeitsgemeinschaften immer geschätzt. Sich im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft für das Thema MZEB stark zu machen, kommt aus der Überzeugung heraus, dass die wechselseitigen Interessen ausgewogener diskutiert werden können und für die meisten Probleme bereits eine Lösungsidee vorhanden ist, die es weiterzugeben gilt.

Häufig gibt es bei unserem Thema unterschiedliche Standpunkte, aber immer ein gemeinsames Ziel. Es braucht dann die Verknüpfung der verschiedenen Akteure, um in die Diskussion zu kommen. Die BAG sehe ich als Netzwerker und Unterstützer einer flächendeckenden, sich fortentwickelnden Versorgung für Menschen mit mehrfacher und geistiger Behinderung an. Zu den Einrichtungen mit ihren unterschiedlichen Konzepten und Fachexperten haben wir einen engen Draht. Wir tragen somit zu einem Netzwerk bei, das die medizinische, strukturelle und politische Weiterentwicklung des Themas MZEB in Deutschland insgesamt voranbringt.

Bredel

Dr. Anne Bredel-Geissler, Leitung MZEB Landes­krankenhaus Rheinhessen- Fachklinik Meinz

Als Vorstandsmitglied der BAG MZEB möchte ich gemeinsam mit meinen Kollegen die Entwicklung und Etablierung weiterer MZEB auf Bundesebene unterstützen. Aus eigener Erfahrung in Mainz sind mir eine Reihe von Fragen und Problemen auf dem Weg bis zur Gründung eines MZEB vertraut, die ich gerne in die Diskussion einbringen will. Ergänzend zu den Ausführungen oben möchte ich meine langjährigen Erfahrungen in der Spina bifida-Ambulanz Mainz in die inhaltliche Diskussion und in Fragen der Organisation von Teamabläufen einbringen. Die multidisziplinäre Betreuung von Menschen mit Spina bifida über die Altersgrenzen hinweg hat in Mainz eine lange Tradition und reicht bis in die 1990er Jahr zurück.

Grundsätzlich sehe ich das Engagement für Menschen mit chronischen, die langfristige Gesundheit und die Teilhabe bedrohenden Erkrankungen als besonderen Auftrag für mich als Ärztin. Wir leben heute in einer Gesellschaft, die es sich eigentlich leisten könnte, alle notwendigen Maßnahmen für diese Menschen im Sinne der medizinischen Versorgung, der Rehabilitation, des Ausgleichs von Nachteilen und der Sicherstellung der Teilhabe zur Verfügung zu stellen. Leider sieht die Realität oft anders aus. Auch die lange existierende Debatte und bisherigen Lösungsansätze zum vielbesprochenen Thema „Inklusion“ konnte noch keine spürbare Verbesserung erzielen.

Die BAG MZEB kann Erfahrungen und Informationen der einzelnen Mitglieder bündeln und im Forum diskutieren. Ein Austausch mit Kostenträgern und Politik ist nur durch eine geschlossene und gut aufgestellte BAG erfolgversprechend, nicht durch einzelne Träger. Paradoxerweise zeigt gerade die Arbeit im MZEB in besonderem Maß die erheblichen Lücken, die das Gesundheitssystem auch heute in der Versorgung dieser Menschen hat. Die Arbeit im MZEB kann daher nur so gut sein wie das System, in dem es sich befindet.

Gorsler

Dr. Anna Gorsler, Chefärztin Neurologie, Kliniken Beelitz GmbH

In der BAG MZEB stehe ich allen Kollegen, die sich ebenfalls im Aufbau oder der Leitung eines MZEBs befinden mit Rat zur Seite. Wir verstehen uns als Sprachrohr und Interessensvertreter der Kollegen auf politischer Ebene sowie als Bindeglied zwischen Betroffenem, Einrichtungen und Kostenträger. Neben dem großen Einsatz der Kollegen, die diese Einrichtungen aufbauen, bedarf es eine zentrale Stelle, die Interessen bündelt, die MZEBs vertritt und die häufig gestellte Fragen bündelt und beantwortet.

Seit vielen Jahren habe ich meinen Ausbildungsschwerpunkt im Bereich der neurorehabilitativen Medizin, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte deutlich entwickelt hat. Mein Ziel ist es, den Patienten trotz und mit ihren meist chronischen und körperlich wie geistig stark beeinträchtigenden Erkrankungen eine bestmögliche Lebensqualität zu ermöglichen. Für diese Aufgabe bietet die Einrichtung eines MZEBs einen neuen ambulanten Rahmen.

Mit der Etablierung von immer weiteren MZEBs wird eine Versorgungslücke geschlossen, da nun ein über viele Jahre unterversorgter Personenkreis nun eine gut aufgestellte medizinische Versorgung erhält. Die BAG MZEB steht den Kollegen beratend zur Seite, um deutschlandweit eine gute und gegenfinanzierte Versorgung in den MZEBs zu erhalten.

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